Regelmäßige Blogbeiträge unterstützen dich in vielerlei Hinsicht.
Deine Website bekommt im Optimalfall mehr Sichtbarkeit zu passenden Suchanfragen, welche nicht so sehr allgemein formuliert sind. Und deine Leser können sich von deiner Expertise überzeugen und bekommen Antworten auf ihre Fragen und Lösungen für ihre Probleme.

Ist dir die Affinität zum Schreiben nicht schon in die Wiege gelegt worden ist, so kann das teilweise recht mühsam werden mit dem Verfassen von regelmäßigen Blogbeiträgen. Dennoch ist ein aktueller und nützlicher Content wichtig.

Doch es muss gar nicht immer ein neuer Blogbeitrag sein. Denn die Aktualisierung und Verbesserung bereits bestehender Beiträge ist für die Leser und auch aus SEO-Sicht absolut sinnvoll und empfehlenswert.

Welche Effekte das Content Recycling haben kann und wie du dabei vorgehst, darum geht es in dieser Episode.

Was ist ein Content Audit und wie führst du einen Content Audit durch?

Wie du das Website Ranking verbessern kannst durch einen regelmäßigen Content Audit, davon hatte uns Raffael Schulz bereits in Episode 16 schon einmal erzählt. Hier kannst du sie noch einmal nachhören.

Der Content Audit ist die Inventur, eine Bestandsaufnahme aller Inhalte deiner Website. Dabei werden alle Inhalte dokumentiert und systematisch analysiert. Auf dieser Basis kannst du dann entscheiden, wie deine weitere Content Marketing Strategie ausschaut.
Ich empfehle dir folgende Prüfungsschritte für deinen bestehenden Content:

1. Welche Inhalte hast du auf deiner Website?

Crawling Tools, wie zum Beispiel der Screaming Frog SEO Spider können dir die Arbeit und Übersicht erleichtern. Du kannst deine Daten vom Screaming Frog sehr einfach in eine Excel Tabelle exportieren und mit dieser weiterarbeiten. Automatisch bekommst du dabei auch die Daten zu URL, Meta Daten, Titel und H-Überschriften mitgeliefert.

2. Wie schaut es mit der Performance der Website Inhalte aus?

Diese Informationen bekommst du aus Analyse Tools wie Google Analytics und Matomo. Hier prüfst du, wie erfolgreich deine Inhalte sind, indem du die Zugriffsquellen, Seitenaufrufe, Verweildauer, Absprungraten und Anzahl (sowie Quellen) der Backlinks anschaust. Auch kannst du hier ablesen, ob bestimmte Content Formate sich größerer Beliebtheit erfreuen als andere.

Betrachte hierbei einen größeren Zeitraum, also mindestens die letzten 6 Monate. Auch mögliche Saisonzeiten solltest du im Hinterkopf haben.

Das Thema „Bau eines Wintergartens“ ist in den Wintermonaten meist weniger gefragt, als im Frühling. Diese saisonal schwankenden Zugriffe solltest du entsprechend bewerten und immer eine Kombination der Kennzahlen Anzahl Zugriffe, Aufenthaltsdauer und Absprungrate betrachten.

Gibt es zum Beispiel Inhalte mit vielen Zugriffen, aber einer geringen Verweildauer und hoher Absprungrate, solltest du schauen, ob du die Inhalte attraktiver und nutzerfreundlicher gestalten kannst.

Findest du Inhalte mit durchweg guten Ergebnissen, dann schaue, welche Gemeinsamkeiten diese haben. Vielleicht gibt es hier eine bestimmte Struktur, bessere lesbare Textgestaltung oder inhaltliche Unterstützung durch mehr Grafiken, Bilder oder Videos. Diese positiven Beispiele können dir als Inspiration für die Optimierung der Inhalte mit schlechterer Performance dienen.

3. Thematische Strukturierung und Weiterentwicklung

Insbesondere bei Blogbeiträgen, welche ja nach und nach erstellt werden und irgendwann auch ein Thema eventuell mehrfach abdecken, sollten immer wieder ein inhaltlicher Überblick geschaffen werden.

Gibt es Blogbeiträge, die inhaltlich so ähnlich sind, dass sie sich eventuell gegenseitig „stören“, kannibalisieren?
Oder gibt es Beiträge, die sich sehr gut ergänzen, aber bisher gar nicht miteinander intern verlinkt werden?
Sind alle Inhalte auf dem aktuellen Stand und sind sie noch relevant für die Leser?

Überprüfe hier genau und hinterfrage kritisch welcher Inhalt bleibt, ergänzt, aktualisiert, zusammengeführt oder auch gelöscht wird.

Alles was auf deiner Website zu finden ist, sollte einen aktuellen Stand und eine zu erwartende Relevanz in deinem „Corporate Image“ wiedergeben. Und genau diese Elemente entwickeln sich immer weiter und bleiben nie stehen. Daher ist diese inhaltliche Überprüfung immer wieder wichtig.

Tools:

Screaming Frog SEO Spider
Google Analytics
Matomo

Was ist Content Recycling?

Was es mit dem Content Recycling auf sich hat, lässt sich nun sicher schon erahnen. Doch geht es beim Content Recycling mehr als um die Aktualisierung, Anpassung und Neu-Veröffentlichung einzelner Inhalte.

Vielmehr kannst du hier schauen, ob sich bestehende Inhalte in neuen Formaten weiterverwenden lassen. Zum Beispiel kannst du überarbeitete Blogbeiträge als Basis für eine Podcast-Episode, ein Webinar oder Videobeitrag nehmen.


Vielleicht hast du schon so viele wertvolle Beiträge zu einem Themenkomplex geschrieben, dass sich diese zu einem E-Book zusammenführen lassen. Oder du kombinierst die Inhalte neu in einer Newsletter Serie. Die Möglichkeiten sind vielfältig.


Vorteil des Content Recyclings ist, dass du die Inhalte, deren Erstellung viel Zeit und Mühe in Anspruch genommen haben, noch einmal bzw. mehrfach nutzen kannst.

So kannst du zum Beispiel auch Teile deiner bestehenden Blogbeiträge für Postings in verschiedenen Social-Media-Kanälen nutzen. Hast du zum Beispiel einmal einen umfassenden Beitrag zum Thema „Wie lerne ich eine Fremdsprache?“ geschrieben, in dem du 7 Tipps gibst, wie man einfach eine neue Sprache erlernen kannst, dann eignen sich diese einzelnen Schritte als Auszug für ein tägliches Posting einer ganzen Woche.
Du sparst letzten Endes also Zeit, im Vergleich zur Themenfindung, Recherche und Neuerstellung von Inhalten und Posts.

Meine SEO Tipps zum Content Audit und Content Recycling

Abschließend noch ein paar praktische Tipps zu deinem Content Audit.

  • Analysiere deine Inhalte regelmäßig und betrachte dabei auch immer den aktuellen SEO-Status. Zu welchen Keywords werden diese Inhalte auf welchen Positionen gelistet? Ergeben sich hier noch wertvolle Impulse und lassen sich weitere passende Keywords erkennen?
  • Führe generell einen Keyword Check vor der Optimierung der einzelnen Inhalte durch und, ganz wichtig, dokumentiere welches Keyword Set du auf welche Webseite oder bei welchem Blogbeitrag einsetzt.
  • Behalte die Website bzw. deinen Blog im Gesamten im Blick. Welche Themen ergänzen sich gut und welche Aspekte fehlen vielleicht noch. Die fehlenden Themen planst du für neue Blogbeiträge ein.
  • Scheue dich nicht davor, veraltete Inhalte oder nicht mehr zum „Corporate Image“ passende Inhalte zu löschen. Überholte Inhalte sorgen für ein schlechtes Nutzererlebnis. Bei Blogbeiträgen schaue vorab immer, ob eine Zusammenführung von Inhalten eine gute Alternative sein könnte. Generell solltest du daran denken, ggf. eine 301 Weiterleitung der alten (gelöschten) URL auf passende, andere Inhalte einzurichten.
  • Hast du einen Blogbeitrag der sich jährlich aktualisiert, wie zum Beispiel „Webdesigntrends 2021“, dann lasse die Jahreszahl aus der URL des Beitrages raus. So kannst du jedes Jahr den Beitrag aktualisieren, ohne eine komplette Neuerstellung.
  • Prüfe bei der Überarbeitung immer auch, ob du Lesbarkeit (auch bei mobiler Nutzung) und Textstruktur der Inhalte noch weiter optimieren kannst.
  • Plane genügend Zeit für deine Content Analyse ein. Musst du aus Zeitgründen mittendrin abbrechen, wird es dich mehr Zeit kosten in einigen Wochen dich erneut in die Content Analyse und die Themen einzufuchsen.

Interessante Links und Tools zur Episode:

Keyword-Kannibalismus – wenn du dir selbst Konkurrenz machst.

Tools für den Content Audit:

ScreamingFrog

Google Search Console

Google Analytics

Matomo


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