Wenn man versucht eine Veröffentlichung zu verhindern oder zu unterdrücken, dabei aber erst recht Aufmerksamkeit für die unliebsame Veröffentlichung schafft, spricht man vom Streisand Effekt.

Entstanden ist der Begriff als Barbara Streisand im Jahr 2003 einen Fotografen verklagte, der mehrere Fotos der kalifornischen Küste online veröffentlichte. Darunter befand sich auch ein Luftbild, auf dem das Anwesen von Barbara Streisand zu sehen war. Bis zur Klage durch Frau Streisand war allerdings kaum bekannt, dass es sich um das Anwesen der Schauspielerin handelte. Erst als sie die Klage einreichte und eine hohe Summe an Schadenersatz verlangte, wurde dies öffentlich bekannt und das Foto verbreitet sich daraufhin rasch im Internet weiter.
Somit erreichte Barbara Streisand genau die große Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verhindern wollte.

Beispiele für den „Streisand Effekt“

Den Streisand Effekt bekam zum Beispiel auch der französische Inlandsgeheimdienst im April 2013 zu spüren. Er drohte einem Administrator des französischen Wikipedia Untersuchungshaft an, wenn nicht der Wikipedia-Artikel über eine militärische Funkstation gelöscht wird. Andere Nutzer bekamen davon Wind und stellten den gelöschten Artikel rasch wieder her und veröffentlichten ihn in weiteren Sprachversionen auf Wikipedia. Auch die Presse berichtete weltweit von diesem Vorfall. (Artikel „Geheimdienst blamiert sich mit Wikipedia-Löschung“ in der WELT, 07.04.2013)

 

Im Jahr 2012 erhob Bettina Wulff eine Unterlassungsklage gegen Google, um zu verhindern, dass bei der Suche ihres Namens in der Google Suchmaschine, mittels autocomplete-Funktion, Begriffe wie “Escort” oder “Rotlichtmilieu” ergänzt werden. Es gab das Gerücht, sie hätte früher als Model im Rotlichtmilieu gearbeitet.
Durch ihre Klage gegen Google erreicht sie jedoch eher, dass das Gerücht einer viel breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis kam, als dies vorher der Fall war. Jedoch wurde in diesem Zusammenhang auch gemunkelt, dass Bettina Wulff diesen Streisand Effekt mit Absicht auslöste, um Aufmerksamkeit für ihr gerade veröffentlichtes Buch auszulösen.
Weitere deutsche und internationale Beispiele für den „Streisand Effekt“ werden in diesem Wikipedia Artikel beschrieben.

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